Hilfsprojekt in der Ukraine für Unfallopfer Nastja

Ein tragischer Zugunfall in Nastjas Heimatstadt Berdjansk im Süden der Ukraine verändert ihr Leben. Als Folge muss dem 15-jährigen Mädchen im Mai 2008 der Arm ab dem Schultergelenk amputiert werden. Dank des Einsatzes der Katarina Witt-Stiftung bekommt Nastja eine Hightech Prothese Dynamic Arm vom führenenden Prothesenhersteller Otto Bock Healthcare angepasst.

Treffen zwischen Nastja und Katarina Witt - November 2008

Nastja ist tief bewegt und hat Tränen in den Augen, als ihr im Therapieraum die erfolgreichste Eiskunstläuferin der Welt gegenüber steht. Katarina Witt spricht lange mit Nastja und fragt sie auch nach ihren Hobbys. "Früher habe ich immer gern und oft getanzt", antwortet die sportliche 15-Jährige. Nach dem Training mit der neuen Hand lädt Katarina Witt die junge Ukrainerin noch zu einem Eis in die schmucke Duderstädter Altstadt ein. Sie machen einen Schaufensterbummel entlang. Und Nastja sagt: "Hier sind alle so gut zu mir." Sie hat sich vorgenommen, jetzt nicht wieder zu weinen. "Erst nachher, wenn ich alleine bin."

Der Abschied ist wie der zwischen guten Freundinnen. Beim Einsteigen ins Auto ruft Katarina Witt ihr noch zu: "Und denke dran, Nastja, ich will Dich wieder tanzen sehen!"

Nastja lernt mit ihrer Prothese umzugehen - Oktober 2008

Die Katarina Witt-Stiftung hat für die bestmögliche medizintechnische Hilfe gesorgt. Im niedersächsischen Duderstadt lernt Nastja nun, mit einer Hightech-Prothese umzugehen.

Hightec Prothese DynamicArm

"Es ist unterschiedlich, wie lange jemand braucht, um mit dem DynamicArm wieder sicher zu greifen", erklärt Erik Andres. Er arbeitet als Orthopädietechniker beim Herstellers der Prothese, die Otto Bock HealthCare, und verfolgt nun am Laptop, wie Nastja mit jedem neuen Versuch genauer dosierte elektrische Signale erzeugt. Kein Zweifel, Nastja wird wieder sicher greifen können und kann es noch kaum glauben: "Ich habe mir nicht vorstellen können, dass es so etwas gibt." Der Unfall hat Nastjas Leben von einem Tag auf den anderen verändert. Aber ihren starken Willen nicht. "Sie konnte sich schon als kleines Kind gut durchsetzen", sagt ihre Mutter Viktoria. Dieser Charakter werde ihr bestimmt beim Training mit dem DynamicArm zugute kommen. Sie muss üben, durch Anspannen eines Brustmuskels und des Trizeps die künstliche Hand zu öffnen und zu schließen. Später wird sie so auch den Ellenbogen steuern. Elektroden auf der Haut registrieren die elektrischen Muskelspannungen und leiten sie als Steuersignale an die Prothese weiter. Myoelektrik nennen das die Fachleute.

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