Haiti: Größte Katastrophe seit Menschengedenken

25.04.2010 Katastrophenhilfe

Bilanz des Grauens: die Vereinten Nationen dazu, warum Haiti - Hilfe, wie sie von der Katarina Witt-Stiftung unterstützt wird, weiter notwendig ist.

Beben in Haiti laut UNO bislang größte Katastrophe überhaupt

(AFP) – Vor 2 Tagen

Port-au-Prince — Zwischen 250.000 und 300.000 Menschen sind durch das Erdbeben im Januar in Haiti ums Leben gekommen: "In der Geschichte der Menschheit hat es nie eine Naturkatastrophe dieses Ausmaßes gegeben", sagte der UN-Gesandte in Haiti, Edmond Mulet, in Port-au-Prince. Mehr als eine Million Menschen hätten ihr Zuhause verloren, fügte Mulet auf einer Pressekonferenz 100 Tage nach der Katastrophe hinzu.

Die kommenden zwölf bis 18 Monate seien für den Wiederaufbau des ohnehin bitterarmen Landes entscheidend, sagte der aus Guatemala stammende Chef der UN-Mission. Er ist Nachfolger des Tunesiers Hedi Annabi, der bei dem Beben ebenfalls ums Leben gekommen war. Mulet kündigte an, er werde beim UN-Sicherheitsrat 800 weitere Polizisten beantragen, um in den Flüchtlingslagern für Sicherheit zu sorgen.

Die UN-Mission in Haiti (MINUSTAH) solle der haitianischen Polizei helfen, "eine sichtbare Präsenz" in den 1200 Flüchtlingslagern aufzubauen, sagte Mulet. Insgesamt umfasst die MINUSTAH etwa 12.500 Soldaten und Polizisten. In den kommenden Monaten solle die Regierung bei der Organisation von Wahlen, bei der Sicherheit, der humanitären Hilfe und beim Wiederaufbau unterstützt werden,

Mulet teilte mit, die Regierung habe bei Zwangsräumungen ein Moratorium beschlossen. Wegen der zehntausenden Obdachlosen, die zum Teil in öffentlichen Gebäuden campieren, kommt es mittlerweile immer häufiger zu Konflikten. Nicht nur private Eigentümer fordern eine Räumung ihrer Einrichtungen: In der vergangenen Woche mussten 7000 Menschen ein Fußballstadion in Port-au-Prince verlassen, 10.000 Obdachlose wurden aufgefordert, die Schule zu verlassen, in der sie Zuflucht gefunden hatten.

"Die Schüler wollen in ihre Schule zurückkehren, um zu lernen, doch in der Schule wohnen Flüchtlinge. Um Zusammenstöße zu vermeiden, wurde ein Moratorium in Kraft gesetzt", erläuterte der MINUSTAH-Chef. Die UNO errichtete zwei weitere Flüchtlingslager vor den Toren von Port-au-Prince, um rund 10.000 weitere Obdachlose aufzunehmen, die wegen der beginnenden Regenzeit von Überschwemmungen bedroht sind.

Haiti befinde sich auf dem richtigen Weg, sagte Mulet, der sich selbst als "vorsichtig optimistisch" bezeichnete. Dennoch dürfe das Ausmaß dieser Aufgabe nicht unterschätzt werden. Die Leitung des Wiederaufbaus müssten die Haitianer übernehmen.

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